| "Ich
habe Ray Charles zum ersten Mal gehört, als ich ein
Zehnjähriger in North Carolina war. Damals war "Georgia On
My Mind" eine grosser Hit von ihm. Seit damals bin ich von
Ray und seiner Musik sehr begeistert. So wie Elvis und all
die grossen Popmusiker, hatte Ray Charles die Fähigkeit,
glaubwürdig in mehreren Stilrichtungen zu singen. Von R&B,
zu Gospel, Rock ´n´Roll oder zuckersüßen Balladen - Ray
Charles hat alles genial gemacht und Musikgeschichte damit
geschrieben. Zusammen mit meinem langjährigen musikalischen
Begleiter - Peter Thanel (am Klavier) werden wir am 3. und
4. Juni unser Bestes tun, um Ray und seine Musik zu ehren.
" -- Mark Janicello
Zu Ray
Charles:
Die Geschichte von Ray Charles Robinson, einer der
bedeutensten Rhythm And Blues- und Soul-Musiker, beginnt am
23. September 1930 in Albany, Georgia, USA. Er wächst in
ärmlichen Verhältnissen zusammen mit seiner Mutter und
seinem jüngeren Bruder in der Kleinstadt Greenville,
Florida, auf.
Bei Ray wurde mit 5 Jahren grüner Star diagnostiziert.
Innerhalb von zwei Jahren verschlechtert sich sein
Sehvermögen bis zur völligen Blindheit. Seine Mutter hat
Sorge, dass er wegen seiner Behinderung zu sehr von anderen
Menschen abhängig ist. Mit der Zeit trainiert er sich
Techniken an: hauptsächlich auf sein Gehör gestützt, kann
er sich orientieren. Später schickt Miss Robinson ihren
Sohn in eine Blindenschule. In der Schule lernt er neben
den üblichen Dingen die Blindenschrift und bekommt
Klavierunterricht.
Im Mai 1945 stirbt seine Mutter. Er kann bei Bekannten
wohnen, ist aber gewillt, jetzt selber seinen
Lebensunterhalt zu verdienen. Das versucht er mit Musik. Ray
geht zu der örtlichen Musikergewerkschaft und beginnt sich
bekannt zu machen, in dem er bei jeder Jamsession dabei ist.
1950 übersiedelt Ray Charles nach Los Angeles. Sein Trio
nimmt zwar bei Swingtime Records noch ein paar Stücke auf,
doch in L.A. bekommen sie keine Auftrittsmöglichkeiten,
sodass sie die Band auflösen. Ray Charles arbeitet mit
anderen, nimmt aber immer wieder eigene Sachen auf.
Er kommt bei einer New Yorker Agentur unter und wechselt zu
dem Label Atlantic. Seine ersten Stücke, die er dort
aufnimmt, sind zum Beispiel "Messin' Around" und "It Should
Have Been Me". Stilistisch bewegen sie sich zwischen Swing
und Rhythm'n'Blues. Ray geht 1953 zum ersten Mal auf Solo
Tournee mit wechselnden Musikern in jeder Stadt.
1954 hat Ray Charles eine Idee, die es ihm ermöglicht, das
zu schaffen, was man später als Soul bezeichnet. Er nimmt
alte Kirchenlieder der Schwarzen, auf die es kein Copyright
gibt und unterlegt sie mit einem harten R'n'B-Groove. Der
erste große Hit ist "I Got A Woman". 1959 bei einer Session
während einer Zugabe entsteht "What'd I Say" -- vielleicht
das bekannteste Stück von RC. In ihm tritt die Verbindung
von R'n'B und Gospel sehr deutlich hervor. Das Stück
übernimmt mit seinem Call-and-Response direkt die
Kommunikationsform zwischen Prediger und Kirchengemeinde.
Das Lied wird ein Riesenhit.
In den folgenden Jahren erweitert Charles immer mehr seine
musikalische Bandbreite. Mit "The Genius Of Ray Charles"
erscheint eine Big
Band-Platte,auf der er Streicher einsetzt. 1962,
mittlerweile ist er bei ABC unter Vertrag, erscheint "Modern
Sounds In Country And Western Music". Die LP ist auch ein
großer Erfolg.
Selbst im neuen Jahrtausend ist "The Genius" noch auf
Tournee. Doch im Dezember 2003 wird bei ihm ein Leberleiden
diagnostiziert, dem er am 10. Juni 2004 in seinem Haus in
Beverly Hills im Kreise seiner Familienangehörigen erliegt.
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